Wenn man sich heutzutage als Schwangere in den sozialen Medien informiert, dann kommt man an einem bestimmten Ereignis kaum vorbei: der Babyparty. Der Schwangerschaftstest wird live mitgeschnitten, die Verkündung der Schwangerschaft an Familie und Freunde gefilmt und als Reel-Serie verarbeitet und natürlich gibt es oft auch eine Gender-Reveal-Party. Spektakulär in Szene gesetzt mit perfekt abgestimmter Deko, Spielen, Konfetti-Kanonen oder sogar Feuerwerk.
Für mich war das in meinen beiden Schwangerschaften ehrlich gesagt keine Option. Nicht, weil ich es anderen nicht gönne, sondern weil mein Dosha einfach nicht der Typ für solche Feiern ist. Ich wollte die besondere Zeit meiner Schwangerschaft durchaus feiern – aber anders. Ruhiger. Persönlicher. Mit mehr Tiefe.
Wieso und welche Alternative ich mit einem Blessingway für mich gefunden habe, darum geht es in diesem Blogartikel. Ich nehme dich mit in die Planung und Durchführung meines zweiten Blessingways, dem ich einen Touch Ayurveda verpasst habe. Vielleicht ist es für dich ja auch eine alternative Möglichkeit, eine andere Art von Babyparty zu feiern, wenn auch du spürst, dass eine klassische Gender-Reveal-Party irgendwie nicht mit dir räsoniert. Wenn es nun laut „JA“ in dir ruft, dann lies gerne weiter.
Warum eine klassische „Gender Reveal Party“ für mich nicht in Frage kommt?!
Um es vorweg zu sagen, jede Schwangere tickt anders und hat ihre Vorstellungen von Schwangerschaft, Babyparty etc. Das ist der perfekte ayurvedische Ansatz, dass jedes Dosha individuell betrachtet wird. In meinen beiden Schwangerschaften war mein Vata unglaublich hoch und das was in mir als Wunsch hochgekommen ist „Ich möchte schon irgendwie die besondere Zeit der Schwangerschaft feiern“, aber in Ruhe und mit Erdung. Eine laute Party mit unzähligen Gästen war mir einfach zu laut und zu wild. Bei meinem ersten Sohn habe ich angefangen zu recherchieren und ja auch in Social Media zu scrollen und irgendwann hat mir der Algorithmus dann Blessingways vorgeschlagen. Und das klang für mich sofort interessant. Für viele Familien sind Gender-Reveal-Partys eine wunderschöne Möglichkeit, die Vorfreude auf das Baby mit Familie und Freunden zu teilen. Mir persönlich fehlte dabei jedoch etwas.
Denn – und das war auch ein entscheidender Punkt für mich – um was geht es eigentlich? Heruntergebrochen wird das Geschlecht des Babys enthüllt. Das ist für viele Eltern ein ganz besonderer Moment und absolut verständlich.
Was mir persönlich jedoch gefehlt hat, war die Tiefe und Bedeutung von Schwangerschaft und Mutterschaft. Ich schenke als Mutter neues Leben. Ich bringe einen kleinen wunderbaren Menschen zur Welt. Sich das vor Augen zu halten finde ich einfach nur krass. Ein passenderes Wort fällt mir dazu gerade nicht ein.
Und ein weiterer wichtiger Punkt: Überall wird betont, wie wichtig es ist, dass die Schwangere gut auf sich achtet und für sich sorgt. Doch am Ende geht es oft wieder vor allem um das Baby.

Und die Mama? Wo steht sie bei diesen Partys?
Versteh mich nicht falsch: Ich finde es wunderschön, wenn ein Baby gefeiert wird. Ein neues Leben ist ein kleines Wunder und absolut wert, willkommen geheißen zu werden.
Doch je länger ich darüber nachgedacht habe, desto öfter kam mir eine Frage in den Sinn:
Und die Mama?
Wo steht sie eigentlich bei all dem?
Während einer Schwangerschaft dreht sich plötzlich vieles um das Baby. Welche Farbe soll das Kinderzimmer bekommen? Welchen Kinderwagen kaufen wir? Welchen Namen wählen wir? Ist das Baby gesund? Junge oder Mädchen?
Und natürlich sind das alles wichtige Fragen.
Aber gleichzeitig durchläuft auch die werdende Mutter eine unglaubliche Reise. Ihr Körper verändert sich. Ihre Gedanken verändern sich. Ihre Prioritäten verändern sich. Sie wächst in eine völlig neue Rolle hinein.
Manchmal fühlt es sich an, als würde die Frau hinter dem Babybauch ein Stück weit unsichtbar werden.
Dabei ist sie diejenige, die dieses kleine Wunder Tag für Tag in sich trägt. Sie verzichtet, sorgt sich, hofft, liebt und wächst an Herausforderungen, die oft niemand sieht.
Gerade in meiner zweiten Schwangerschaft habe ich immer wieder gespürt, wie wichtig es ist, auch die Mutter zu feiern. Nicht ihre Leistung. Nicht ihr Durchhalten. Sondern sie als Mensch.
Mit ihren Ängsten.
Mit ihren Hoffnungen.
Mit ihren Träumen.
Mit ihrer Vorfreude.
Und genau hier unterscheidet sich für mich ein Blessingway von einer klassischen Babyparty. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, ob das Baby rosa oder blaue Kleidung tragen wird. Im Mittelpunkt steht die Frau, die gerade dabei ist, Mutter zu werden oder erneut Mutter zu werden.
Eine Frau, die selbst Fürsorge, Aufmerksamkeit und Wertschätzung verdient.
Vielleicht hat mich genau deshalb die Idee des Blessingways vom ersten Moment an so tief berührt.
Doch was ist denn nun ein Blessingway? Ich habe für dich die wichtigsten Punkte zusammengefasst.
Was ist ein Blessingway?
Ein Blessingway ist ein liebevolles Ritual, bei dem nicht das Baby im Mittelpunkt steht, sondern die werdende Mama. Es geht darum, sie auf ihrem Weg in die Geburt und die kommende Zeit als Mutter emotional zu stärken, zu ermutigen und ihr Vertrauen zu schenken.
Der Ursprung des Blessingways liegt bei den Navajo, einem indigenen Volk Nordamerikas. Dort bezeichnet ein Blessingway ursprünglich eine spirituelle Zeremonie, die Menschen in wichtigen Lebensphasen begleiten und segnen soll. Ziel war es, Harmonie, Schutz, Kraft und Gemeinschaft zu fördern. Die heute in Europa verbreiteten Blessingway-Zeremonien orientieren sich an der Idee einer Segensfeier für die werdende Mutter, unterscheiden sich jedoch in ihrer Form von den traditionellen spirituellen Ritualen der Navajo.
Im Laufe der Zeit wurde die Idee des Blessingways von Hebammen, Doulas und Frauenkreisen aufgegriffen und an westliche Kulturen angepasst. Heute versteht man unter einem Blessingway meist eine moderne Segensfeier für Schwangere, die sich bewusst von der oft konsumorientierten Babyparty unterscheidet.

Wie läuft ein Blessingway ab?
Es gibt keine festen Regeln. Jedes Blessingway wird individuell gestaltet und spiegelt die Persönlichkeit der werdenden Mutter wider.
Typische Elemente können sein:
- ein Kreis aus Freundinnen, Schwestern, Müttern oder Wegbegleiterinnen
- gemeinsame Gespräche und das Teilen von Erfahrungen
- Segenswünsche und stärkende Worte für die Geburt
- kleine Rituale mit Kerzen, Blumen oder Naturmaterialien
- Meditationen oder Entspannungsübungen
- gemeinsames Essen und Zeit für Verbundenheit
- Erinnerungsstücke, die die Mutter während der Geburt begleiten können
Manche Frauen gestalten ihr Blessingway sehr spirituell, andere eher modern und schlicht. Entscheidend ist nicht die Form, sondern die gemeinsame Intention.
In unserer heutigen Welt wird Schwangerschaft häufig von Untersuchungen, To-do-Listen, Anschaffungen und organisatorischen Fragen begleitet. Dabei gerät manchmal in Vergessenheit, dass die Geburt eines Kindes auch ein tiefgreifender Übergang im Leben einer Frau ist.
Ein Blessingway schafft einen geschützten Raum, in dem die werdende Mama bewusst innehalten darf. Sie wird gesehen, getragen und daran erinnert, dass sie diesen Weg nicht allein gehen muss.
Die Frauen im Kreis schenken ihr Vertrauen, Zuversicht und Kraft. Es entsteht ein Gefühl von Verbundenheit, das weit über Geschenke oder Dekoration hinausgeht. Viele Frauen beschreiben ihr Blessingway deshalb als sehr berührend, stärkend und emotional.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Magie eines Blessingways: Für einen Moment steht nicht das Organisieren, Planen oder Funktionieren im Mittelpunkt, sondern die Frau selbst mit all ihren Hoffnungen, Träumen, Ängsten und ihrer Vorfreude auf das kleine Wunder, das bald ihr Leben bereichern wird.
Ja, das will ich!
Nach den Recherchen bei meiner ersten Schwangerschaft war für mich klar: Das will ich! Gesagt getan: Ich habe gegoogelt und schließlich eine Osteopathin gefunden, die auch Blessingways veranstaltet. Gemeinsam habe ich dann mit ihr diesen Nachmittag geplant und meine Freundinnen eingeladen. Dabei war mir wichtig: Wer aus meinem Umfeld gibt mir seine weibliche Kraft und lässt sich auf die Tiefe solch einer Zeremonie ein. Meinen Mann und die Anhänge meiner Freundinnen habe ich nicht eingeladen, sondern nur bewusst meinen Kreis von Frauen. Das soll jetzt nicht böse klingen, mein Mann hat das schon von alleine für sich herausgefunden und mir im Vorfeld auch gesagt: Wenn Frauen zusammenkommen kann eine heilsame Transformation stattfinden. Selbst beim besten Verständnis kann ein Mann nicht nachvollziehen, wie es ist, ein Kind in sich zu tragen. Und das rein über den körperlichen Aspekt hinaus. Emotional ist eine Schwangerschaft eine tiefe Transformation für eine Frau, bei der man auf einmal mit Emotionen und Gedanken konfrontiert wird, bei denen man früher nie dachte, dass diese Gedanken und Gefühle überhaupt existieren können. Einen Kreis aus Frauen zu haben, die das mit dir teilen und halten können, ist kraftvoll und stärkend.
Und so habe ich damals meinen ersten Blessingway sehr genossen. Wir haben miteinander gesungen, geweint, gelacht, gebetet. Ich wurde von meinen Freundinnen gebadet, massiert und liebevoll umsorgt. Denn jeder spricht davon, welche Fürsorge ein Baby benötigt, die Mama braucht das aber auch. Das habe ich an diesem Nachmittag bekommen und bin sehr dankbar dafür. Nach dem Blessingway haben wir noch lecker zusammen gegessen, da durften die Männer wieder dabei sein 😉 Ein unvergesslicher Tag!

Zweite Schwangerschaft – wieder ein Blessingway?
Dann kam meine zweite Schwangerschaft und die war so ganz anders als ich mir das vorgestellt habe. Ich wurde nach einer schweren Fehlgeburt erneut schwanger. Neben diesem psychischen belastenden Anteil der zweiten Schwangerschaft, hat es mich auch leider körperlich richtig zerlegt und mir ging es über Monate hundeelend. Auch der Umstand, dass ich ein Kleinkind mitversorgen musste war eine Herausforderung, die ich vorher so nicht auf dem Schirm hatte.
Mein Vata während Schwangerschaft Nummer zwei = hoch Tausend!!! Irgendwie war so der Wurm drin, dass es mich die gesamte Schwangerschaft emotional ziemlich heruntergezogen hat. Ich hatte keine Kraft und Motivation noch irgendetwas zusätzlich zu planen und vorzubereiten, obwohl ich genau das sehr liebe. Dann habe ich Bilder im Handy sortiert und bin wieder auf die schönen Aufnahmen meines ersten Blessingways gestoßen. Und in dem Moment habe ich realisiert, ich bin doch selbst dafür verantwortlich welche Erinnerungen ich mir schaffe und welche (schweren) Momente ich zulasse oder nicht. Ich habe es doch in der Hand, wieviel Aufwand ich für eine „Party“ betreiben möchte. Mein engster Kreis wusste von der Fehlgeburt sowie der zweiten Schwangerschaft und hat mitbekommen, wie sehr ich mich durch die neun Monate kämpfe. Ich habe in dem Moment des Innehaltens realisiert, dass ich zwar gesagt habe, wie schlecht es mir geht, aber trotzdem nie nach Hilfe gefragt habe, obwohl ich mir geschworen habe es zu tun. In diesem Moment der Erkenntnis habe ich beschlossen, dass ein zweiter Blessingway mit meinen engsten Freundinnen genau das ist, was ich brauche. Mir schöne Erinnerungen schaffen und um Hilfe bitten. Und so kam es, dass ich noch am selben Tag abends um 20 Uhr spontan meinen zweiten Blessingway geplant habe. Zwei Stunden später war alles fertig und ich habe meinen Mann auf der Couch vor vollendete Tatsachen gestellt. Seine Reaktion: „Ok! Mach! Viel Spaß!“ Weil er weiß, wenn ich so einen Wunsch äußere und begründe, wie wichtig und nötig es für mich ist. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Was habe ich anders gemacht im Gegensatz zu Blessingway beim ersten Kind?
Drei Sachen habe ich geändert:
- Keine Doula bzw. Leiterin der Zeremonie. Üblich ist es, dass eine Doula/Hebamme etc. durch die Zeremonie führt. So kann sich die werdende Mama ganz auf sich und die schönen Momente konzentrieren. Zum einen war diesmal die Osteopathin von Blessingway Nummer eins nicht verfügbar (weil selbst schwanger), ich keine andere hier in meiner Umgebung gefunden habe und ja, ich bin ehrlich, die die ich gefunden habe, waren mir zu teuer. Ich habe beschlossen, selbst durch die Zeremonie zu führen, habe mir aber ganz viele interaktive Parts überlegt, die ich an meine Freundinnen übergeben habe. So konnte ich alles genießen.
- Mein erstgeborener Sohn ist Teil von mir und wächst mit in seine neue Rolle als Bruder. Unsere Beziehung wird sich verändern und wir beide werden gemeinsam mit dem Baby wachsen und uns entwickeln. Dieser bittersüße Umstand verdient einen besonderen Stellenwert im Blessingway.
- Ayurveda ist Teil meines Lebens, also wollte ich ihn in meinen Blessingway integrieren. Zum einen durch den Grundgedanken an sich als auch mit einem liebevollen „Vata ausgleichenden Kuchen-Buffet“.

Blessingway und Ayurveda – wenn Gemeinschaft zu Nahrung für die Seele wird
Je mehr ich mich mit dem Ayurveda beschäftige, desto mehr habe ich erkannt, wie wunderbar die Idee eines Blessingways zu den ayurvedischen Grundgedanken passt. Obwohl das Blessingway seinen Ursprung nicht im Ayurveda hat, verfolgen beide einen ähnlichen Ansatz: den Menschen als Ganzes zu betrachten – mit Körper, Geist und Seele.
Aus ayurvedischer Sicht ist eine Schwangerschaft weit mehr als ein rein körperlicher Prozess. Sie ist eine Zeit tiefgreifender Veränderung. Eine Frau wächst nicht nur körperlich mit ihrem Baby, sondern auch innerlich in eine neue Rolle hinein. Gerade deshalb spielt die emotionale Begleitung während dieser besonderen Lebensphase eine wichtige Rolle.
Im Ayurveda spricht man von Ojas, der feinen Lebensessenz, die für Stabilität, Widerstandskraft, innere Zufriedenheit und Strahlkraft steht. Ojas wird nicht nur durch gutes Essen aufgebaut. Auch liebevolle Beziehungen, Geborgenheit, Freude, Ruhe und wertschätzende Begegnungen nähren diese wertvolle Kraft.
Genau hier berührt das Blessingway einen Gedanken, der im Ayurveda seit Jahrtausenden bekannt ist: Was uns emotional stärkt, nährt auch unseren gesamten Organismus.
Wenn Frauen zusammenkommen, ihre Erfahrungen teilen, Mut zusprechen, gemeinsam lachen oder auch Tränen fließen dürfen, entsteht ein Raum der Verbundenheit. Dieser geschützte Kreis kann helfen, Ängste loszulassen und Vertrauen in die eigene Kraft zu entwickeln. Aus ayurvedischer Sicht wirkt ein solcher Raum besonders ausgleichend auf Vata – jenes Dosha, das für Bewegung, Veränderungen, Gedanken und auch Sorgen zuständig ist.
Gerade gegen Ende der Schwangerschaft steigt das Vata-Dosha natürlicherweise an. Viele Frauen kennen dann die kreisenden Gedanken, die Aufregung vor der Geburt oder das Gefühl, dass sich innerlich bereits alles auf den bevorstehenden Wandel vorbereitet. Wärme, Gemeinschaft, Rituale und liebevolle Zuwendung können in dieser Zeit wie ein Anker wirken. Genau diese Erfahrung habe ich bei meinem zweiten Blessingway machen dürfen. Es war sehr heilsam und hat mir Mut gegeben für die letzten Meter der Schwangerschaft.
Im Ayurveda gibt es außerdem das Konzept der Sangha – einer unterstützenden Gemeinschaft. Menschen brauchen Menschen. Wir sind nicht dafür geschaffen, die großen Übergänge unseres Lebens allein zu bewältigen. Geburt, Mutterschaft und Familienleben waren in vielen Kulturen ursprünglich Gemeinschaftsaufgaben. Frauen wurden von anderen Frauen begleitet, unterstützt und getragen. Vor allem bei Geburt und im Wochenbett. Nach der Geburt haben sich mindestens drei Frauen um die Wöchnerin gekümmert. Ihr frisches nährendes Essen zubereitet, sie massiert und ihr die Möglichkeit von Schlaf gegeben, so dass sie sich voll und ganz auf ihre Heilung und das Neugeborene kümmern kann. Nach zwei Monaten wurden dann Mutter und Kind der Gemeinschaft präsentiert.
Aus ayurvedischer Sicht könnte man sagen: Ein Blessingway nährt nicht nur die werdende Mama – es stärkt auch ihr Ojas und schenkt ihr etwas, das in unserer oft hektischen Welt unbezahlbar geworden ist: das Gefühl von Verbundenheit.
Vorbereitung für den Blessingway
Ich habe meine Party selbst vorbereitet. Ja, als Schwangere sollte man erst recht an diesem Punkt einen Schritt zurücktreten, aber mir hat es in dem Moment einfach gut getan. Ich tue mir etwas Gutes und mit jedem Haken auf der To-Do-Liste stieg meine Vorfreude auf die Party. Und ehrlich: Ich habe es mir so einfach wie möglich gemacht und das ging super – auch mit großer Babykugel. Mein Perfektionisten-Pitta liebt ein rundes Konzept aus Deko und Essen. Darin gehe ich total auf und meiner Kreativität freien Lauf zu lassen, gleicht mein Vata aus. Im Grunde genommen ist es für mich wie eine Art Meditation.
Das Motto war schnell gefunden: Ayurveda meets Mother Blessing! Die Deko habe ich bewusst einfach gehalten. Ein paar Boho-Elemente, warme Farben und alles, was eine gemütliche Atmosphäre schafft. Bestellt war das in wenigen Minuten und sogar bequem von der Couch aus.
Anschließend habe ich eine WhatsApp-Gruppe erstellt und meinen Mädels die Einladung geschickt. Es hat wirklich keine fünf Minuten gedauert und schon kamen die ersten Zusagen. Allein das hat meine Vorfreude riesig wachsen lassen.
Hier ist mein Einladungstext, den du gerne übernehmen kannst:
„Hallo ihr Lieben,
ich lade euch von Herzen zu meiner kleinen, feinen Baby-Party ein.
Diese Schwangerschaft fordert mich diesmal auf ihre ganz eigene Weise – körperlich und emotional. Umso mehr wünsche ich mir, mir im letzten Drittel ganz bewusst schöne, leichte Erinnerungen zu schenken.
Und genau dafür hätte ich euch unglaublich gerne an meiner Seite.
Mein kleines Zusammenkommen findet bei mir zuhause statt: Datum + Uhrzeit +Adresse
Es erwartet euch ein liebevoll vorbereitetes Kuchenbuffet, ein paar kreative Rituale und einfach eine gemeinsame Zeit, die gut tut.
In Anlehnung an meinem Blessingway aus der ersten Schwangerschaft fände ich es schön, wenn wir uns in hellen, warmen Farben kleiden (beige, weiß, ocker etc.). (Diese Farben beruhigen Vata!)
Ich freue mich sehr auf euch, eure Energie und dieses besondere Miteinander.
Gebt mir bitte bis zum (Datum) Bescheid, ob ihr dabei sein könnt.
Alles Liebe Veronika
Was noch fehlte? Der wichtigste Part: Die Zeremonie und das Essen
Den ungefähren Ablauf kannte ich ja schon aus meinem ersten Blessingway. Von daher habe ich mit ChatGPT geplant und der KI genau gesagt, was ich brauche, möchte und wie es klingen soll. Ging auch alles wunderbar von der Couch aus. Beim Abschnitt Durchführung habe ich dir meine komplette Zeremonie mit alle ihren Texten angehängt. Auch das darfst du gerne übernehmen, wenn es dir gefällt.
Jetzt zum Essen. Im Ayurveda gleichen wir ein erhöhtes Dosha mit gegenteiligen Eigenschaften aus. Im Fall (m)eines zu hohen Vatas heißt das süß und nährend. Und was bietet sich das besser an, als ein leckeres Kuchenbuffet. Zur Auswahl gab es Dreierlei von der Dattel (Dattelkuchen, Energie-Balls und gefüllte Datteln), Beeren-Muffins, frisches Obst, Schokokuchen und Zitronen-Kokos-Kuchen. ALLE Kuchen habe ich einen Tag vorher gebacken und vorbereitet. Ja, hochschwanger, alleine und mit wenig Aufwand. Wie das geht? Die Kuchen brauchen zum Anrühren jeder maximal 10 Minuten und dann 30-60 Minuten Backzeit. Die Dattel-Bällchen-Zutaten schmeißt man einfach in den Mixer und lässt ihn seine Aufgabe machen. Dann musst du nur noch Rollen und kühl stellen. Das war’s.
Sounds good for you? Zu den Rezepten geht’s hier lang (Link zu dem Rezept Blogartikel).
Alternativ kannst du die Rezepte aber auch an deine Familie und Freund verteilen und jeder bringt etwas mit. Dann musst du als Schwangere nix mehr machen. Für mich ist Backen und Kochen auch Meditation, von daher habe ich das in der Küche mit Musik und Pausen zelebriert.
Gefeiert haben wir in unseren Garten. Mein Mann und Opa haben dann noch die Festzeltgarnituren aufgebaut, Getränke geschleppt und aufgestellt und auch das war schnell erledigt. Am Tag der Feier selbst, habe ich dann zusammen mit einer Freundin noch dekoriert und schon ging’s los.

Mein zweiter Blessingsway – Genauso habe ich es mir vorgestellt!
Meine Freundinnen kamen alle mit guter Laune und Vorfreude. Mein dreijähriger Sohn war mega aufgeregt auf die Babyparty und ist mir nicht von der Seite gewichen. Für ihn – und auch für mich – war es wichtig, dass er dabei ist. So kann er die immense Veränderung in unserem Familienleben aktiv mitgestalten und erleben. Und er war natürlich total heiß auf den Schokokuchen und hat permanent die Erdbeeren genascht.
Für die Zeremonie haben wir uns alle in einen Kreis gesetzt und dann ging es auch schon los. Ich habe alle begrüßt und dann haben wir zusammen ein Gebet gesprochen. Die einzelnen Parts habe ich an alle verteilt. Dazu habe ich passende ruhige Akustik-Musik gespielt. Allein schon dieser Anfang und die Worte von meinen Freundinnen zu hören, hat mich schon sehr berührt.
Danach sind wir direkt in ein kreatives Ritual gestartet. Ich habe Dreierlei Karten verteilt. Karten für das Baby mit Namensvorschlägen, raten über das Aussehen, aber auch Wünsche, wenn es auf der Welt ist. Das kann es sich später einmal durchlesen. Als zweites habe ich ein kleines Dino-Buch besorgt (mein Sohn ist großer Dino-Fan) und habe meine Mädels gebeten, ein paar schöne Worte an meinen Sohn zu schreiben. Sozusagen ein „großer Bruder-Buch“. Mir war es wichtig, dass er etwas „Handfestes“ von dieser Feier mitnimmt. Und Spoiler vorweg: das war eine wertvolle Idee. Er ist so stolz auf sein Buch! Jedem, der danach zu Besuch kam, wurde das Buch gezeigt und wir haben bis zum Ende der Schwangerschaft in der Einschlafbegleitung aus diesem Buch gelesen. Meine Freundinnen haben aber auch wirklich schöne und berührende Dinge für ihn geschrieben. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Für mich habe ich mich mir auch etwas gewünscht und zwar ein paar liebe und motivierende Worte, die ich auf dem Weg ins Krankenhaus oder während der Geburt lese. Auch hier war mir Tiefgang wichtig, das habe ich meinen Mädels auch offen gesagt. Oft schreibt und liest man motivierende Worte wie „Du schaffst das“! Nicht falsch verstehen, das ist lieb gemeint, aber ich weiß, dass ich das schaffen werde. Die Frage ist nur wie?! Das ist der Kasus Knacksus. Welche Worte bauen dich auf, wenn du mitten unter der Geburt verzweifelst, weil du vor Schmerzen nicht mehr kannst oder die Geduld verlierst. Viele meiner Freundinnen sind schon Zweifach-Mama und ich bin gespannt, was sie mir für schöne Botschaften hinterlassen haben. Die Briefe habe ich in eine kleine Holzkiste gepackt und in meine Klinik-Tasche gepackt. Der Kreativ-Teil hat fast eine Stunde gedauert. Es war eine schöne, ruhige und entspannte Atmosphäre.
Anschließend haben wir uns wieder in den Kreis gesetzt und ich habe das nächste Ritual angeleitet: Prana. Prana steht im Ayurveda und Yoga für den Atem. Und was mir in der zweiten Schwangerschaft aufgrund von hormoneller Rhinitis und doofen Ereignissen und Sorgen gefehlt hat, war zu atmen. Ich habe also meine Freundinnen gebeten, mir symbolisch Atem zu schicken, dass ich die letzten Meter der Schwangerschaft und die Geburt gut und ausreichend Luft mit Luft bzw. Sauerstoff versorgt bin. Alle haben sich um mich versammelt, mir ihre Hände aufgelegt und mehrmals Atem gesendet. Es existieren davon keine Bilder und Videos, sondern diese ausschließlich Erinnerung. Ich dachte schon, dass mich dieser Teil berührt, aber dass es mich so in meinem tiefsten Inneren trifft, damit habe ich nicht gerechnet. Die Stille, der Atem, die Berührung und die Verbundenheit mit all diesen Frauen, die mir so sehr ihre Kraft schenken, war heilsam. In diesem Moment wurde mir bewusst, wie sehr ich mich die letzten Monate allein durch die Schwangerschaft gekämpft hatte und wie gut es tut, sich tragen zu lassen. Nicht stark sein zu müssen. Nicht funktionieren zu müssen. Einfach nur da sein zu dürfen.
Ab da konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Meine Schlussworte waren dann eher geschnieft, aber das darf sein. Für jede meiner Freundinnen habe ich als Andenken einen Schlüsselanhänger mit einem Lebensbaum geschenkt und diesen symbolisch in das Abschlussgebet eingebettet.
Die gesamte Zeremonie und die Texte zum Nachlesen findest du hier.
Anschließend haben wir das leckere Kuchenbuffet gefeiert und die gemeinsame Zeit für quatschen, lachen und Fotos genutzt. Einen kleinen Einblick in diesen Tag siehst du in diesem Video.
Fazit
Wenn du mich heute fragst, ob ich mich wieder für ein Blessingway entscheiden würde, dann lautet die Antwort ganz klar: Ja.
Nicht wegen der Dekoration. Nicht wegen des Essens. Nicht wegen der schönen Fotos.
Sondern wegen des Gefühls.
Dem Gefühl, gesehen zu werden.
Dem Gefühl, getragen zu werden.
Dem Gefühl, dass ich diesen großen Übergang in meinem Leben nicht alleine gehen muss.
Gerade in einer Zeit, in der sich vieles um das Baby dreht, war es für mich unglaublich wertvoll, auch einmal die werdende Mama in den Mittelpunkt zu stellen. Mit all ihren Gedanken, Sorgen, Hoffnungen und Träumen.
Mein zweiter Blessingway hat mir nicht nur wunderschöne Erinnerungen geschenkt. Es hat mir auch gezeigt, wie wichtig es ist, um Hilfe zu bitten, Unterstützung anzunehmen und sich von Menschen begleiten zu lassen, die einem guttun.
Vielleicht ist genau das die größte Botschaft, die ich aus diesem Tag mitgenommen habe: Wir müssen nicht alles alleine schaffen.
Und vielleicht ist das auch mein Wunsch für dich, falls du gerade schwanger bist und diesen Artikel liest:
Schenke dir selbst einen Moment des Innehaltens. Einen Moment der Wertschätzung. Einen Moment, in dem nicht nur dein Baby gefeiert wird, sondern auch du. Ihr beide.
Denn du erschaffst gerade ein kleines Wunder.
Und das darf gefeiert werden.
Von Herzen.
Veronika

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