10 Gründe, warum ich Ayurveda liebe

Die Liebe zum Ayurveda hält bei mir nun schon seit sechs Jahren an. Ich bin jeden Tag fasziniert und dankbar, mit welchen einfachen Empfehlungen ich ein entspanntes Familienleben führen kann. Und das bedeutet nicht, dass ich den ganzen Tag entzückt im Zen-Modus herumschwebe, sondern durch die verinnerlichten Rituale und das Wissen den Wechsel aus Familienalltag, Jobchaos und Me-Time gewuppt bekomme.

1. Ayurveda ist für mich gelebte Selbstliebe und Selbstfürsorge

Meine Ayurveda-Kur 2019 war mein erster Berührungspunkt mit dem Ayurveda. Ich habe dort am eigenen Leib erfahren, wie sprichwörtlich „berührend“ der Ayurveda ist. Auf der körperlichen, aber auch auf der seelischen Ebene. Ich habe wieder gelernt zu spüren. Meinem Körper, Geist und dem Leben zu vertrauen. Es hat mein Leben komplett verändert. Da ist plötzlich eine Tiefe und innere Ruhe, die ich bis dato in meinem Leben vermisst habe. Ich durfte erfahren, dass ich ein großartiges Körperbewusstsein habe und das wieder mehr leben darf. Wenn ich merke, irgendetwas in meinem Körper läuft nicht rund, kann ich viel schneller intuitiv agieren und mich wieder in einen besseren Zustand versetzen. Ich kenne mich noch besser und weiß, wie ich im Ungleichgewicht reagiere und wie ich schnell wieder daraus komme. Mit einfachen und simplen Routinen und Empfehlungen des Ayurveda. Ich weiß, was mir guttut und gönne mir das auch. Nicht aus dem Ego heraus, sondern aus Selbstliebe. Mein Leben hat dadurch so viel Mehrwert und Leichtigkeit bekommen. Zu wissen, ich kann gut für mich selbst sorgen. Körperlich mit passender Ernährung und mental mit Yoga, Meditation, aber auch den anderen für mein Dosha angepassten Tools. Und wenn es mir gut geht, dann strahle ich das auch auf meine Familie aus und in die Welt.

Ich bin ein großer Fan des Doppelgebots der Liebe aus der Bibel. Denn hier steht: „Liebe deinen nächsten, wie dich selbst“. Im Grunde ist das auch Ayurveda. (Übrigens fragen mich immer wieder einige, wie ich meinen Beruf als Religionslehrerin mit den Lehren des Ayurveda vereinbaren kann. Das ist eine meiner ersten Antworten).

2. Ich kann mich und meine Familie immer gut versorgen

Mit Ayurveda habe ich gelernt, auf die individuellen Bedürfnisse meiner Familie einzugehen. Mit dem Wissen nach ihrem Dosha, den Jahreszeiten und Tagesformen, kann ich zum Beispiel unseren Familienalltag so gestalten, dass jeder individuell ernährt wird. Ohne Mehraufwand der Essenszubereitung. Ich koche nicht mehr nach Plan, sondern aus dem Bauch heraus. Und es funktioniert.

3. Essen ist Medizin und Genuss zugleich

Im Ayurveda wird unterschieden in „Food as Food“ und „Food as Medicine“. Dieses wichtige Credo habe ich während meiner Ausbildung an der Europäischen Akademie für Ayurveda Rosenberg in Birstein gelernt. Durch meine Ernährung seit der Panchakarma-Kur, die ich aufgrund meiner chronischen Erkrankung gemacht habe, kann ich das nur bestätigten. Denn durch den Einsatz der Lebensmittel als „Medizin“ kann ich meine Schmerzen und den Allgemeinzustand lindern. Es geht im Ayurveda nicht um Verbote oder Diäten, sondern um liebevolles Kochen mit Wirkung. Ich liebe es, zu wissen, dass meine Gewürze heilen, meine Mahlzeiten nähren und jede Zutat gezielt unterstützen kann. Nicht nur mich, sondern auch meine Familie. Das Beste dabei: Es schmeckt auch noch lecker!

4. Ich habe weniger Angst bei kleinen Krankheiten

Früher war ich bei jedem Fieberschub oder Bauchweh sofort verunsichert. Gehst du zum Arzt oder nicht?! Und als Mama dreht sich dieser Vata-Gedankenwirbel noch viel intensiver. Heute habe ich so viele einfache Hausmittel und Routinen zur Hand, die ich einsetzen kann. Das schenkt mir als Mama Sicherheit und meinem Kind Geborgenheit. Hat mein Sohn Bauchschmerzen oder andere gesundheitliche Wehwehchen, renne ich nicht sofort zu Arzt oder Apotheker, sondern packe erst einmal die wunderbare ayurvedische Lebensmittel- und Gewürztrickkiste aus. Zu achtzig Prozent funktioniert das super.  

5. Meine Verdauung ist stark und verlässlich geworden

Empfehlungen wie „Sie haben halt einen Reizdarm – essen Sie dies und das einfach nicht!“, „Die Psyche schlägt Ihnen auf den Magen – haben Sie weniger Stress!“ oder „Gönnen Sie ihrem Darm Pause“ sind nur einige aus dem Potpourri der bunten Ärzteempfehlungen, die mir jahrelang erzählt wurden. „Du bist, was du isst!“, lese und höre ich immer wieder. Ist auch etwas Wahres dran. Die Ayurvedis haben diesen Ratschlag verfeinert zu „Du bist, was du verdaust!“. Das greift nämlich viel tiefer. Alles, was wir essen und trinken, wird verstoffwechselt (oder auch nicht) und eröffnet unserem Körper somit optimale Möglichkeiten sich zu versorgen. Unser Verdauungsfeuer Agni sollte deshalb immer gut brennen. Seit ich warm, regelmäßig, nach den Tages- und Jahreszeiten und in Ruhe esse, hat sich mein Bauch ganz neu sortiert. Keine Verdauungsprobleme, keine ständigen Snacks mehr, kein Heißhunger. Dafür mehr Energie, ein klarer Kopf und ein wohliges Bauchgefühl. Regelmäßiger Stuhlgang. Ja, da das habe ich jetzt wirklich geschrieben. Im Ayurveda sind nämlich Form, Farbe und Geruch der körperlichen Ausscheidungen essentiell, um zu erkennen, ob unsere Doshas im Gleichgewicht sind. Und mal ehrlich, wie viele Leute kennst du, die morgens nicht auf Toilette gehen können?! Ich kenne sehr viele. Und mit einer simplen Morgenroutine lässt sich das schon ändern (zur Dinacharya habe ich diesen Blogartikel verfasst). Genau deshalb feiere ich den Ayurveda.

6. Ich lebe im Einklang mit der Natur und mit mir selbst

Früher habe ich meine körperlichen Schwankungen in Zusammenhang mit der Natur nicht so bewusst wahrgenommen wie heute. Ich habe schon gemerkt, dieses oder jenes Wehwehchen nimmt im Winter zu oder es ist jetzt halt „Erkältungssaison“. Wie es gefühlt jeder um mich herum sagt. Ich habe mir irgendwann die Frage gestellt, ob dem wirklich so sein muss. Die ayurvedische Antwort: Nö! Nach den Lehren des Ayurveda ist der Mensch eine kleine Abbildung der Natur, des Kosmos. Wir ticken gleich, nur die meisten leben es nicht. Im Gegenteil: Viele leben entgegen ihrem eigenen Rhythmus und dem der Natur. Seitdem mir das bewusst ist, achte ich verstärkt darauf und nehme nun die Auswirkungen der Jahreszeiten auf meinen Körper viel bewusster wahr und binde sie in meinen und unseren Familienalltag mit ein. Go with the flow! Das verbindet mich mit mir selbst und mit der Welt um mich herum. Auch das führt zu einer wesentlichen Entspannung im Alltag. Ich denke nicht mehr: „Oh Gott, der Winter kommt. Na toll, krank von O(ktober) bis O(stern)“. Es ist vielmehr ein: „Ach wie schön. Ich darf in die Ruhe gehen und das Loslassen üben“. Und mit den entsprechenden Haus- und Lebensmitteln, trifft uns die Erkältungswelle vielleicht nicht ganz so doll.

7. Ich darf unperfekt sein und trotzdem gesund leben

Ayurveda ist kein Schwarz-Weiß-System. Nur wenn du dich an alle Regeln hälst, dann machst du Ayurveda, ALLES richtig und nur dann bist du gesund. Der Ayurveda ist immer für dich und zwar in deinem eigenen Tempo. Ich erinnere mich sehr gerne an ein Gespräch mit meiner Ayurveda-Ärztin in meiner Kur. Mir ging es nach dem Ausleitungstag ein paar Tage nicht gut. Ich hatte mir zusätzlich einen Magen-Virus eingefangen. Ich war so müde und platt und wollte eigentlich nur schlafen, habe es aber nicht gemacht, weil in allen Broschüren und in meinem Therapie-Plan stand: Kein Mittagsschlaf, nur diese Lebensmittel essen etc. Ich habe mich strikt an meinen Plan gehalten (typisch Pitta!). Und dann saß ich wie ein Häufchen Elend vor meiner Ärztin, berichtete ihr meine Beschwerden und sie fragte mich den entscheidenden Satz: „Was brauchst du jetzt?“ Ich war zunächst irritiert und sagte dann: „Schlaf! Ich möchte am liebsten vierundzwanzig Stunden durchschlafen!“ Und sie sagte: „Gut, mach das.“ Woraufhin ich antwortete: „Darf ich das? Dann halte ich mich doch nicht an die Regeln?“ Sie lachte und erklärte mir dann, dass die „Regeln“ gut sind, ich aber auch auf meinen Körper hören soll. Und wenn er jetzt wirklich danach schreit „Ich will schlafen!“, dann schlafe! Diesen Satz habe ich mir zu Herzen genommen und durch meine Ausbildungen lebe ich ihn und die 80/20-Regel. Ich frage mich selbst ehrlich und konkret: Was brauche ich gerade?! Ich darf auch mal eine Ausnahme machen, darf lachen, genießen, Pause machen. Und finde immer wieder zurück in mein Gleichgewicht. Esse ich auch Pizza, Burger, Eis – alles was absolut nicht ayurvedisch ist? Ja klar, in Ausnahme und ohne schlechtes Gewissen. Und das ist eine wertvolle Kombination, in der ich nicht im Mangel oder Verzicht lebe, sondern im Einklang mit meinen Bedürfnissen.

8. Kleine Rituale geben mir Struktur – auch im Chaos

Ein Glas heißes Wasser am Morgen, Zunge schaben, in paar Tropfen Öl auf der Haut, eine warme Suppe am Abend, eine kleine Wechselatmung zwischendurch, mit meinem Sohn „Aramsamsam“ durch das Wohnzimmer tanzen – es sind oft die kleinsten Rituale, die meinen Tag erden. Und die funktionieren jeden Tag! Und auch mit Kind!

9. Ich habe einen Kompass für unseren Familienalltag

Vielleicht kennst du es: Das Kind hat schlecht geschlafen, Stimmung kippt schon beim Frühstück, der Partner ist müde, ihr seid beide überreizt (durch Kind, Job), du gehst einkaufen und gefühlt drehen alle im Supermarkt durch und meckern sich an der Kasse an, Auto-Chaos auf dem Parkplatz. Du kommst zurück nach Hause, deine Stimmung ist am Tiefpunkt. Dein Tag war anstrengend, du musstest heute zusätzliche Aufgaben im Job übernehmen, weil es die Kollegin nicht gebacken bekommen hat. Normaler Alltagswahnsinn, ist bei mir auch so. Ayurveda hilft mir zu verstehen, was dahinterstecken könnte. Ich liebe deutsche Sprichwörter, denn sie beschreiben sehr oft treffend, welches Dosha gerade bei mir, dir, deinen Lieben oder auch gesellschaftlich im Ungleichwicht ist. Was ist das erste, was wir bei obigen Situationen tun? In den meisten Fällen doch „…die Luft rauslassen!“ oder „…sich Luft machen“! Hallo Vata! Also bevor wir uns in der Familie alle weiter anzicken, Vata beruhigen. Vielleicht erst einmal ordentlich meckern und fluchen, bis die Emotionen draußen sind (Rajas beruhigen! Das ist unser mentales Dosha in dem Fall). Danach ein warmes und nährendes Abendessen, eine beruhigende Schlafmilch und schon sieht die Welt wieder anders aus. Ich erkenne viel schneller, was bei uns (und der Welt da draußen) im Ungleichgewicht ist und kann gegensteuern. Ein Wundermittel im Alltag!

(Und falls du auch so eine Kollegin oder einen Kollegen hast, der ständig alles vergisst und im Chaos versinkt, dann mache ihr/ ihm am nächsten Tag vielleicht einen Vata-Tee, das kann guttun sich zu erden. Und für die Mamas unter den Kolleginnen empfehle ich gerne meinen Goodbye Mama-Vata-Kurs. Da gibt es tolle Ayurveda-Tipps, wie erschöpfte Mamas wieder ihre Superkräfte aktivieren und entspannt Familienleben, Job und Hobbies wuppen können).

10. Ich fühle mich frei

Ayurveda gibt mir ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Ich gehe achtsamer mit mir um und bin nicht mehr so streng mit mir selbst. Ich höre auf mein Gefühl und kann auch den Zustand annehmen, wenn ich mal nicht im Gleichgewicht bin. Anstelle mich zu verurteilen, gehe ich in die Akzeptanz in dem Wissen, ich kann es jederzeit ändern. Ich darf Innehalten und mich um mich kümmern. Ohne dass ich irgendjemanden um „Erlaubnis“ bitten muss. Das macht das Leben so viel entspannter und friedlicher.

Das Bild entstand 2019 während meiner Ayurveda-Kur bei einem Ausflug in die Backwaters

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